Das Land Libyen wird seit der Revolution 1969 durch den Revolutionsführer Muammar Gaddafi regiert. Bis 2003 hatten mehrere Länder ein Embargo über den Staat verhängt, doch mit dem Beschluss zum Verzicht auf Massenvernichtungswaffen wurde dieses aufgehoben und nun steht dem Land ein wirtschaftlicher Neubeginn vor.

Der nordafrikanische Staat zählt zu den reichsten und wohlhabendsten Ländern Afrikas. Sein Bruttoinlandsprodukt betrug 2007 rund 58,3 Milliarden US-Dollar. Dies ist auf die zahlreichen Öl- und Gasvorkommen im Syrtebecken zurück zu führen, die eine gut funktionierende Öl-Industrie möglicht macht und damit ca. 90% der Staatseinnahmen deckt.

Die anderen Wirtschaftszweige handeln mit folgenden Artikeln:

  • Die Landwirtschaft beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Anbau von Gemüse, Getreide, Zitrusfrüchten, Weintrauben und Mandeln. Außerdem wird in einigen Landesteilen auch Viehhaltung betrieben.
  • Die Industrie konzentriert sich neben der Erdölförderung und Weiterverarbeitung auf die Zementherstellung sowie die Textil- und Nahrungsverarbeitung.
  • Der Bank- und Finanzsektor sowie der Tourismus spielen momentan noch eine untergeordnete Rolle, doch auch diese Zweige können aufgrund ihres großen Potentials durch eine geeignete Förderung schnell aufstreben.

Ein großes Problem Libyens ist jedoch die geringe Wertschöpfung im eigenen Land. Dadurch sind die Importe entsprechend hoch. An wichtigen Importgütern für das Land sind Nahrungsmittel, Fahrzeuge, technische Ausrüstungen, Konsumgüter und Maschinen zu nennen. Die Haupthandelspartner sind Italien und Deutschland, die über 50% der Exporte auf sich nehmen und etwa 35% der Importe liefern.

Man merkt gleich, das Libyen momentan im Umbruch ist. Die Infrastruktur des Landes steht noch in ihren Anfängen und obwohl Libyen das zahlungsfähigste Land Afrikas ist, sind Stromversorgung und Telekommunikationsmöglichkeiten auch in Großstädten rückständig und verbesserungswürdig.

Dennoch verfügt dieses Land über eine gute wirtschaftliche Ausgangslage, und birgt zudem viel Potential für ausländische Investoren. Die Erfolge deutscher und europäischer Unternehmen in den letzten Jahren in Libyen zeugen von hervorragenden Geschäftsmöglichkeiten. Sollte man sich dafür entscheiden, in dieses Land zu investieren und dort ein Unternehmen zu gründen, sollte man neben dem nachhaltigen Engagement auch auf persönliche Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern achten.

Egal ob man mit Hydraulikaggregaten, Solaranlagen oder Textilien Handeln möchte, man sollte sich vorher ausgibig über die Traditionen und Gewohnheiten der Landesbewohner erkundigen und sich auch ein Stück weit damit identifizieren.